Auf der folgenden Seite informieren wir Sie umfassend über das Thema Diamanten / Brillanten. Wir erläutern woraus der Diamant besteht und wie aus ihm Brillanten werden. Weitere Themen sind die Diamantenförderung, die Entwicklung des Brillantschliffes und die Bewertung von Brillanten.

Was ist ein Diamant / Brillant?

Ein Diamant besteht aus kubisch auskristallisiertem Kohlenstoff mit einer bestimmten, innerkristallinen Anordnung der Kohlenstoffatome. Der Diamant ist das härteste, natürliche Material der Welt. Diamanten werden geschliffen, um das diamanteigene Funkeln hervorzuheben. Die beste Brillanzwirkung (Funkeln) erhält der Diamant, wenn er durch einen Brillantschliff veredelt wird. Der Brillantschliff ist eine definitorische Größe. In einem bestimmten Verhältnis zueinander werden 57 Facetten auf den Diamanten aufgetragen. Auch andere Edelsteine werden im Brillantschliff bearbeitet. Diese unterliegen jedoch bestimmten Kennzeichnungspflichten. Wird ein Saphir im Brillantschliff geschliffen, muss dieser als „Saphir im Brillantschliff“ betitelt werden. Wird ein Diamant im Brillantschliff geschliffen, so darf dieser auch lediglich als „Brillant“ bezeichnet werden. Hier impliziert die reine Bezeichnung „Brillant“, dass es sich um einen runden Stein aus dem Rohmaterial Diamant handelt. Der heutige, moderne Brillantschliff wurde um 1910 entwickelt.

Geschichte der Diamantenförderung

Diamanten werden bereits 400 Jahre vor Christi Geburt in alten indischen „Sanskrit-Texten“ beschrieben. Ab dem 13. Jahrhundert gelangen die ersten Diamanten aus Indien über die berühmten Handelswege über Persien und Syrien nach Europa. Mit der Entdeckung des Seeweges nach Indien Anfang des 16. Jahrhunderts steigt gleichzeitig die importierte Menge von Rohdiamanten nach Europa. Durch die Erschließung großer Diamantenvorkommen in Brasilien im Jahre 1725 wird Indien als Hauptlieferland abgelöst. Die brasilianischen Diamanten gelangen ab diesem Zeitpunkt über den Lissabonner Hafen nach Europa. Die importierte jährliche Menge an Rohdiamanten steigt hierdurch um ein Vielfaches. Zwischen 1867 und 1870 werden in Südafrika große Diamantenvorkommen entdeckt und die jährliche Fördermenge nochmals bis 1913 massiv auf gesteigert. Anfang des 20.Jahrhunderts kommen viele weitere Förderländer hinzu. Die wichtigsten Förderländer für Diamanten in Schmuckqualität sind heutzutage Namibia, Kanada, Südafrika, Botswana, Angola und Russland.

Das "Big Hole" in Südafrika ist eine ausgebeutete, wassergeflutete Diamantenmine. Diamantenminen sind ehemalige Vulkane die kegelförmig ins Erdinnere abgebaut werden. Es entstehen gewaltige Krater.

Eine aktive Diamantenmine in Russland.

Entwicklung des Brillantschliffes

Anfang des 14. Jahrhunderts werden erste Diamantrohsteine poliert. Die Diamanten erhalten auf diese Weise einen durchscheinenden Glanz. Mithilfe von rotierenden Stahlscheiben erhalten Rohdiamanten ab dem 16. Jahrhundert erstmals Facetten. Ihre Strahlkraft und Anziehungskraft für den Menschen steigt. In den folgenden Jahrhunderten entwickeln die Steinschleifer die Schliffarten weiter. Ende des 17.Jahrhunderts entsteht der so genannte „Peruzzi-Schliff“. Dieser besitzt bereits 58 Facetten und kommt unserem heutigen Brillantschliff sehr nahe. Bis zum Anfang des 20. Jahrhundert entwickeln die Steinschleifer die Diamantschliffe stetig weiter. Zu jener Zeit entstehen mehrere brillantähnliche Schliffe mit 57 Facetten. Aus dem Mittel dieser verschiedenen Brillantschliffe entsteht im Jahre 1949 der „Feinschliff der Praxis“. Auf dem deutschen Markt dient dieser Schliff bis heute als Vorbild für den modernen Brillantschliff. Weiterhin dienen seine Proportionen und Symmetriemerkmale als Vorbild für eine perfekte Ausführung des Schliffes. Mithilfe des „Feinschliffs der Praxis“ wird eine Qualitätsbewertung des Schliffes vorgenommen.

Bewertung von Brillanten

Die Bewertung von Brillanten wird nach den so genannten 4 „C“ vorgenommen.

a. Carat – Gewicht

b. Colour – Farbe

c. Clarity – Reinheit

d. Cut – Schliff

a. Carat – Gewicht

Das Gewicht von Brillanten wird in Karat gemessen. Ein Karat ist 0,2 g. Grundsätzlich gilt - bei sonst gleichen Qualitätsmerkmalen - das der Wert eines Brillanten steigt, je schwerer der Brillant ist.

b. Colour – Farbe

Diamanten kommen in allen Farbvarianten vor. Diamantenfarben werden in zwei Klassifizierungen eingeteilt:

  • farbige Diamanten, auch „Fancy diamonds“ genannt

Farbige Diamanten in starken Farbvarianten (grün, rot, blau) erzielen aufgrund ihrer Seltenheit zumeist Höchst- bzw. Liebhaberpreise.

  • farblose bis gelblich getönte Diamanten

Handelsübliche Diamanten sind farblos bis leicht gelblich getönt. Farblose oder vollkommen weiße Steine erzielen Höchstpreise. Gelblich getönte Steine verlieren mit Zunahme des gelblichen Tons an Wert. Um eine greifbare Bewertung vornehmen zu können, wird die Farbe eines Diamanten in Farbstufen eingeordnet. Diese Einordnung wird mit Hilfe von Farbvergleichsteinsätzen vorgenommen, diese beinhalten sämtliche Diamantfarbstufen. Subjektiv, jedoch innerhalb klarer Richtlinien, ordnet der Fachmann den zu bewertenden Stein der richtigen Farbstufe zu. International gelten identische Farbstufen. Diese werden jedoch unterschiedlich bezeichnet. Der Wert des Brillanten steigt, je weißer der Brillant ist.

Klassifizierung nach CIBJO

Klassifizierung nach GIA

Klassifizierung „Old Terms“

hochfeines weiß +

hochfeines weiß

D

E

River

feines weiß +

feines weiß

F

G

Top Wesselton

weiß

H

Wesselton

leicht getöntes Weiß

I

J

Top Christal

Christal

getöntes Weiß

K

L

Top Cape

getönt

M

N

Cape 1

getönt

O

P

Cape 2

getönt

Q

R

Light Yellow

getönt

S

Z

Yellow

c. Clarity – Reinheit

Brillanten können innere „Verunreinigungen“ aufweisen. Dabei können Mineralien und/oder Kristalleinschlüsse, strukturelle Merkmale oder Risse aufgrund des natürlichen Entstehungsprozesses auftreten. Brillanten „ohne“ diese so genannten „Einschlüsse“ erzielen Höchstpreise. Die Reinheit eines Brillanten wird vom Fachmann mit Hilfe einer 10-fach vergrößernden Lupe unter einem Normlicht bewertet. Findet der Fachmann mit Hilfe dieser Lupe keine inneren Merkmale im Brillanten, wird dieser als „lupenrein“ bezeichnet. Der Brillant gilt auch als „lupenrein“ oder frei von Einschlüssen, wenn mittels Mikroskop (sprich einer stärkeren Vergrößerung als der 10-fachen Lupenvergrößerung) kleinste Einschüsse erkennbar sind. Auch die „Reinheit“ eines Brillanten wird vom Fachmann je nach Einschlussbild ebenfalls in Reinheitsstufen einsortiert.

 

Grundsätzlich handelt es sich bei der Reinheitsbewertung um eine subjektive Bewertung, welche jedoch durch entsprechendes Wissen vom Fachmann innerhalb schmaler Grenzen reproduzierbar ist.

Der Wert eines Brillanten sinkt, je mehr Einschlüsse die geübte Fachperson erkennen kann.

Internationale

Abkürzung

Übersetzung

Mit Hilfe der 10-fach vergrößernden Lupen kann der Fachmann…

If „lupenrein“

frei von inneren Merkmalen

… nichts erkennen

VVS1

sehr, sehr kleine innere Merkmale

… die inneren Merkmale nur sehr schwer bis schwer zu erkennen

VVS2

VS1

sehr kleine Einschlüsse

… die inneren Merkmale schwer bis leicht erkennen

VS2

SI1

kleine Einschlüsse

… die inneren Merkmale sehr leicht zu erkennen

SI2

 

Mit Hilfe des bloßen Auges kann

der Fachmann…

P I

deutliche Einschlüsse

… die Einschlüsse schwer erkennen

P II

größere Einschlüsse

… die Einschlüsse leicht erkennen

P III

große Einschlüsse

… die Einschlüsse sehr leicht erkennen

d. Cut – Schliff

Zur Beurteilung des Schliffs wird in Deutschland der „Feinschliff der Praxis“ als optimaler Schliff heran gezogen.

Der Feinschliff der Praxis:

Der Feinschliff der Praxis entsteht durch die Anlage von insgesamt 57 Facetten. Die Anlage der 33 Facetten im Oberteil des Schliffes und der 24 Facetten im Unterteil des Schliffes werden nach einem festgelegtem Schema angeschliffen. Die Größenverhältnisse von Durchmesser zur Höhe des Steines z.B. sind durch eine feste, prozentuale Verteilung beim „Feinschliff der Praxis“ vorgegeben. Ist ein Brillant exakt nach diesen Vorgaben geschliffen, entwickelt er eine größtmögliche Brillanz.

Mit dieser Vergleichsmöglichkeit lässt sich beurteilen, in welcher Güte ein Brillant geschliffen ist, beziehungsweise inwieweit ein zu beurteilender Brillant von diesen Vorgaben abweicht. Bewertet werden 3 Qualitätsmerkmale eines Brillantschliffes: die Proportionen des Schliffs, die Symmetrie des Schliffs sowie die äußerliche Politur des Steines.

Klassifiziert wird jedes Qualitätsmerkmal in 4 Stufen: exzellent – sehr gut – gut – mittel.

Proportionen:

Jeder Brillant wird exakt vermessen. Entsprechen die gemessenen Größenverhältnisse dem Vorbild des „Feinschliffs der Praxis“ im engsten Rahmen, so wird die proportionale Ausführung des Schliffs als „exzellent“ bezeichnet. Je weiter der Schliff vom Vorbild abweicht desto schlechter sind die Proportionen zu bewerten.

Symmetrie:

Die symmetrische Ausführung des Schliffs wird durch messbare und nicht messbare Faktoren bestimmt. Ein messbarer Faktor ist beispielsweise die symmetrische Anlage des Brillantunterteils in Relation zum Brillantoberteil. Ein nicht messbarer Faktor ist die Anlage der einzelnen Facetten zueinander. Entspricht die beobachtete Symmetrie eines Brillanten dem Vorbild des „Feinschliffs der Praxis“ exakt, so wird die symmetrische Ausführung als exzellent bezeichnet.

Politur:

Sämtliche äußeren Merkmale eines Brillanten werden unter dem Qualitätsmerkmal „Politur“ erfasst. Darunter zählen beispielsweise Kratzer, Kerben oder Polierstreifen. Weist der Brillant keine äußeren Merkmale auf, so wird die Politur des Brillanten als exzellent bezeichnet.

Der Wert eines Brillanten steigt, je besser sein Schliff bewertet ist.

Neben dem runden Brillantschliff wird der Diamant auch in anderen Formen geschliffen. Von links oben nach rechts unten: Navette (mod. Brillantschliff), Radiant, Trilliant, Baguette, Oval (mod. Brillantschliff), Smaragd-Schliff, Prinzess (mod. Brillantschliff), Brillant, Ascher-Schliff , Trapez, Herz (mod. Brillantschliff), Tropfen (mod.Brilaantschliff).